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Estudiar de forma que funcione, en vez de «otra vez desde el principio»

La mayor parte del tiempo de estudio se va en tocar la obra entera, y eso cambia poco. Lo que sí funciona: secciones pequeñas, repetición sin errores, espaciado entre sesiones, y por qué estudiar despacio no es una concesión.

Maik Krohm

Durchspielen ist kein Üben

Die häufigste Übeform ist auch die unwirksamste: das Stück von vorn bis hinten spielen, an den schweren Stellen stolpern, weitermachen, und das Ganze wiederholen. Dabei wird das, was schon geht, weiter gefestigt, und das, was nicht geht, ebenfalls — nämlich als Stolperstelle.

Ein Stück hat typischerweise drei bis fünf Stellen, an denen es hakt. Diese Stellen machen vielleicht zehn Prozent der Spieldauer aus, kosten aber neunzig Prozent des Fortschritts. Wer sie isoliert bearbeitet, wird in einer halben Stunde weiterkommen als mit fünf Durchläufen.

Die Abschnittsgröße ist dabei kleiner, als die meisten annehmen: nicht die Seite, nicht das System, sondern zwei bis vier Takte plus je einen Takt davor und danach. Die Anschlusstakte gehören dazu, weil sonst die Stelle allein funktioniert und im Zusammenhang wieder kippt. Genau dieser Übergang ist oft das eigentliche Problem.

Wohin die Übezeit gehtWohin die Übezeit gehtT1T2T3T4T5T6T7T8DurchspielenAbschnittOben verteilt sich die Zeit gleichmäßig. Unten liegt sie auf den Takten, an denen es hakt, plus je einem Anschlusstakt.

Fehlerfreie Wiederholung

Wiederholung festigt, was tatsächlich passiert ist — nicht, was gemeint war. Eine Bewegung, die zehnmal knapp danebenging und beim elften Mal gelang, wurde zehnmal falsch und einmal richtig geübt. Das ist der Grund, warum langsames Üben kein Zugeständnis an mangelndes Können ist, sondern die einzige Möglichkeit, die richtige Bewegung überhaupt zu wiederholen.

Daraus folgt eine harte Regel, die im Unterricht erstaunlich gut funktioniert: Zähle nur die fehlerfreien Wiederholungen. Bei einem Fehler beginnt die Zählung wieder bei null. Fünf saubere Durchgänge hintereinander sind das Tagesziel für eine Stelle — und wer merkt, dass er nie über zwei hinauskommt, hat die Diagnose gleich mitgeliefert: Das Tempo ist zu hoch oder der Abschnitt zu lang.

Ebenso wichtig ist, vor jeder Wiederholung zu wissen, worauf man achtet. Ein Durchgang ohne Aufmerksamkeitsziel ist Leerlauf. Der Satz kann banal sein — „diesmal bleibt der Daumen unten“ — aber er muss vorher feststehen, nicht hinterher.

Aus demselben Grund lohnt sich die Selbstbeobachtung: Was genau geht schief? „Die Stelle klappt nicht“ ist keine Diagnose. Brauchbar wird es erst mit einem Satz wie „der vierte Finger kommt zu spät“ oder „der Lagenwechsel im dritten Takt rutscht“. Erst diese Genauigkeit erlaubt, gezielt zu üben statt zu wiederholen — und meistens dauert das Herausfinden zwei Minuten und spart eine halbe Stunde.

Hilfreich ist dabei eine Aufnahme mit dem Telefon. Was man beim Spielen hört, ist nicht das, was tatsächlich klingt; die Aufmerksamkeit ist bei den Händen, nicht bei den Ohren. Eine Aufnahme von dreißig Sekunden zeigt Ungleichheiten im Anschlag, Temposchwankungen und zu kurz gehaltene Töne, die man live zuverlässig überhört.

Abstand schlägt Masse

Dieselbe Übezeit wirkt unterschiedlich, je nachdem wie sie verteilt ist. Vier Einheiten von je fünfzehn Minuten an vier Tagen bringen mehr als eine Stunde an einem Tag. Der Grund ist, dass das Gedächtnis beim Abrufen festigt, nicht beim Einprägen — und abrufen kann man nur, was zwischendurch verblasst ist.

Praktisch heißt das: lieber jeden Tag zwanzig Minuten als am Wochenende zwei Stunden. Und innerhalb einer Einheit lieber drei Stellen im Wechsel als eine Stelle am Stück. Das fühlt sich schlechter an, weil man beim Wechseln jedes Mal wieder etwas Boden verliert — und genau dieser Widerstand ist der Effekt.

Eine Sonderrolle spielt der Schlaf. Was am Abend geübt wurde, ist am nächsten Morgen oft messbar besser, ohne dass dazwischen geübt wurde. Deshalb lohnt es sich, eine schwierige Stelle abends noch einmal langsam und sauber zu spielen — und danach nichts mehr.

Die letzte Wiederholung des Tages ist ohnehin die wichtigste, weil sie am stärksten haftet. Ein Stück nach einem misslungenen Durchgang wegzulegen, ist die schlechteste Art, eine Übeeinheit zu beenden.

Dieselbe Stunde, zwei VerteilungenDieselbe Stunde, zwei VerteilungenMoDiMiDoAm StückVerteiltGleiche Gesamtzeit. Die untere Verteilung führt zu deutlich besserem Behalten.

Aus der Unterrichtspraxis

Ich lasse Schüler einen Übeplan mit drei Zeilen führen, nicht mehr: Was war heute das Ziel, welches Tempo wurde erreicht, was ist morgen dran. Das dauert dreißig Sekunden und verändert das Üben mehr als jede Methode, weil es zwingt, vor dem Spielen eine Entscheidung zu treffen.

Bei Kindern ersetze ich die Zeit durch Zahlen. „Übe zwanzig Minuten“ führt zu zwanzig Minuten Anwesenheit am Instrument. „Spiele diese vier Takte fünfmal fehlerfrei“ führt zu vier Takten, die sitzen — und dauert oft nur sechs Minuten. Aufträge mit einem überprüfbaren Ende funktionieren, Aufträge mit einer Dauer nicht.

Ein Missverständnis begegnet mir regelmäßig: Übende glauben, eine Stelle sei „gekonnt“, wenn sie einmal gelungen ist. Gekonnt heißt: Sie gelingt kalt, ohne Anlauf, als erstes am nächsten Tag. Dieser Test ist unbestechlich, dauert zehn Sekunden und erspart die Überraschung im Vorspiel.

Und ein letzter Punkt, der oft übersehen wird: Pausen im Üben sind Teil des Übens. Nach etwa zwanzig bis dreißig Minuten konzentrierter Arbeit sinkt die Genauigkeit messbar. Wer dann weitermacht, festigt Ungenauigkeiten. Fünf Minuten aufstehen, und die nächste Einheit ist wieder produktiv.

Typische Fehler

Immer von vorn anfangen. Der Anfang eines Stücks wird dadurch zehnmal so oft gespielt wie der Schluss. Bei vielen Schülern ist die erste Seite blendend und die letzte unfertig — ein reines Verteilungsproblem. Gegenmittel: mit dem letzten Abschnitt beginnen und sich rückwärts durcharbeiten.

Nur das üben, was Spaß macht. Was gut klingt, klingt gut, weil man es kann. Die Übezeit gehört dem, was nicht geht — wobei ein bewusst eingeplanter Durchlauf am Ende als Belohnung sinnvoll ist.

Tempo als Fortschrittsmaß nehmen. Schneller ist nicht besser, wenn dabei die Genauigkeit sinkt. Das ehrlichere Maß ist die Zahl der fehlerfreien Wiederholungen bei gleichbleibendem Tempo.

Zu viel auf einmal. Drei Stücke parallel in Arbeit sind sinnvoll, sieben nicht. Bei zu vielen Baustellen bekommt keine genug Wiederholungen, um sich zu festigen, und der Eindruck des Stillstands ist dann kein Eindruck, sondern zutreffend.

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