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El primer año de guitarra: qué cinco acordes y en qué orden

Con cinco acordes al aire se acompañan miles de canciones. Cuáles son, en qué orden duelen menos, cómo se estudia el cambio y qué derrota a la mayoría en el tercer mes.

Maik Krohm

Fünf Akkorde und was sie abdecken

Die fünf offenen Akkorde, mit denen der größte Teil der Liedbegleitung möglich ist, heißen E-Dur, A-Dur, D-Dur, G-Dur und C-Dur — dazu als Erweiterung die Mollformen e-Moll, a-Moll und d-Moll, die aus denselben Griffen durch Verschieben oder Weglassen eines Fingers entstehen.

Mit E, A und D allein kann man bereits in drei Tonarten die Hauptkadenz spielen, denn A ist die Subdominante von E, E die Dominante von A, D die Subdominante von A. Kommen G und C dazu, sind die vier häufigsten Liedtonarten abgedeckt — und mit einem Kapodaster alle zwölf, ohne einen weiteren Griff.

Das ist der Grund, warum Liederbücher fast immer in G, C, D oder A notiert sind. Es ist keine musikalische Vorliebe, sondern eine Eigenschaft des Instruments: In diesen Tonarten liegen die Leersaiten günstig, und die Griffe kommen ohne Barré aus.

Die ersten drei Griffe in der ersten LageDie ersten drei Griffe in der ersten LageehgdAE1234213322Gold: E-Dur. Grün: die beiden zusätzlichen Finger für A-Dur. Blau: D-Dur nutzt die oberen vier Saiten.

Die Reihenfolge, die am wenigsten weh tut

Der erste Griff ist e-Moll: zwei Finger, beide im zweiten Bund, keine Verrenkung. Danach E-Dur, das nur einen dritten Finger dazunimmt. Dann A-Dur, wo drei Finger nebeneinander in denselben Bund müssen — die erste echte Hürde, und für Menschen mit breiteren Fingern eine, die man mit einer alternativen Fingersetzung umgehen darf.

D-Dur ist der erste Griff, der nur vier Saiten benutzt; hier muss die rechte Hand lernen, die tiefen Saiten auszulassen. a-Moll und C-Dur kommen danach, weil sie dieselbe Handform teilen — bei C wandert nur ein Finger auf die A-Saite, und wer a-Moll kann, hat C fast geschenkt. G-Dur steht bewusst am Schluss, weil die Finger dabei am weitesten gespreizt werden.

Ein Wort zum Barré: Der F-Dur-Griff ist der Punkt, an dem die meisten aufgeben — und er gehört nicht ins erste Halbjahr. Solange ein Kapodaster im Regal liegt, lässt sich jedes Lied ohne ihn begleiten. Das Barré ist eine Frage der Handkraft, und Handkraft baut sich über Monate auf, nicht über Willenskraft.

Der Wechsel ist die eigentliche Arbeit

Ein Akkord zu greifen ist in zwei Tagen gelernt. Zwischen zwei Akkorden im Tempo zu wechseln dauert Wochen, und genau daran arbeitet man das erste Jahr über. Die wirksamste Übung dafür heißt Wechselzählen: eine Minute lang so oft wie möglich zwischen zwei Akkorden hin- und herwechseln, ohne zu schlagen, und die Wechsel zählen. Am ersten Tag sind es vielleicht zwölf, nach zwei Wochen dreißig. Diese Zahl ist der ehrlichste Fortschrittsmesser, den es in diesem Jahr gibt.

Zwei Details machen den Unterschied. Erstens: gemeinsame Finger stehen lassen. Von a-Moll nach C bewegt sich nur ein Finger; wer die Hand komplett abhebt und neu setzt, macht dreimal so viel Arbeit. Zweitens: alle Finger gleichzeitig aufsetzen, nicht nacheinander. Das fühlt sich anfangs unmöglich an und ist der einzige Weg zu einem Wechsel im Tempo.

Für die rechte Hand gilt: Der Schlagrhythmus läuft weiter, auch wenn die linke Hand noch nicht fertig ist. Lieber ein unsauberer Akkord im Takt als ein sauberer daneben. Das ist dieselbe Regel wie beim Blattspiel, und sie fällt Anfängern genauso schwer.

Reihenfolge, in der die Griffe am wenigsten kostenReihenfolge, in der die Griffe am wenigsten kosten1Em2E3A4D5Am → C6GJeder Schritt baut auf dem vorigen auf. Am und C teilen dieselbe Handform.

Woran die meisten im dritten Monat scheitern

Es gibt einen verlässlichen Zeitpunkt, an dem Gitarrenlernende aufhören, und der liegt etwa im dritten Monat. Bis dahin hat sich alles schnell verbessert; danach wird die Kurve flach, weil die verbleibende Arbeit im Wechsel und in der Ausdauer liegt und nicht mehr in neuen Griffen. Wer das vorher weiß, hört seltener auf.

Der zweite Grund ist körperlich. Die Fingerkuppen tun in den ersten zwei bis drei Wochen weh, bis sich die Haut verdickt. Das ist normal und geht vorbei — vorausgesetzt, man übt täglich kurz. Wer einmal pro Woche eine Stunde übt, hat dauerhaft weiche Fingerkuppen und dauerhaft Schmerzen.

Der dritte Grund ist das Instrument selbst. Eine Gitarre mit zu hoher Saitenlage macht das Greifen unnötig schwer, und viele Anfänger halten die Anstrengung für eigenes Unvermögen. Eine Einstellung beim Gitarrenbauer kostet wenig und kann über den Verbleib beim Instrument entscheiden — das ist eine der wenigen Stellen, an denen Geld tatsächlich hilft.

Und ein vierter, der selten ausgesprochen wird: zu schwere Lieder. Wer im zweiten Monat ein Stück mit sieben Akkorden und Barré versucht, scheitert erwartbar. Die ersten Lieder sollten mit zwei oder drei Akkorden auskommen. Davon gibt es mehr, als man denkt.

Aus der Unterrichtspraxis

Ich beginne mit einem einzigen Akkord und einem Lied, das damit auskommt. Das klingt nach wenig und ist der schnellste Weg zu einem Erfolgserlebnis: Nach zehn Minuten begleitet jemand ein Lied. Ab da geht es um Erweiterung und nicht mehr um Anfangen — ein psychologisch völlig anderer Zustand.

Als gemeinfreies Material eignen sich die deutschen Volkslieder mit Akkordsymbolen besonders gut, weil die meisten mit drei Akkorden auskommen und die Melodien bekannt sind. „Ade zur guten Nacht“ und „Alle Vögel sind schon da“ sind typische erste Lieder; wer die Melodie kennt, hört sofort, ob die Begleitung passt.

Für die Übezeit gebe ich konkrete Zahlen statt Minuten: „zehn saubere Wechsel von G nach C“ statt „fünfzehn Minuten üben“. Das dauert oft nur vier Minuten und ist wirksamer, weil es ein überprüfbares Ende hat. Und es lässt sich täglich machen — was bei diesem Instrument im ersten Jahr wichtiger ist als die Dauer der einzelnen Einheit.

Ein letzter Rat, der nichts mit Technik zu tun hat: Die Gitarre gehört sichtbar in den Raum, nicht in den Koffer unterm Bett. Der Unterschied zwischen täglichem und wöchentlichem Üben entscheidet sich im ersten Jahr fast immer daran, wie viele Handgriffe zwischen dem Entschluss und dem ersten Ton liegen.

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